Kaffee

Qualität, die überzeugt:
Kaffee von Produzent*innengenossenschaften aus Lateinamerika

Unser hochwertiger Kaffee aus kleinbäuerlicher Produktion wächst meist in Hanglagen. Beschattung und Biodüngung sind die Ausgangsbedingungen für eine ökologische Produktion, die Top-Qualität hervorbringt. Diesem Anspruch und dieser Produktionsweise sind alle unsere Mitglieder verpflichtet. Schon die Bepflanzung der kleinen Plantagen erfolgt mit traditionellen und angepassten Sorten, die im agroökologischen System gegenüber Schädlingen wesentlich resistenter sind als die Sorten konventioneller grosser Kaffeeplantagen in Monokultur. In der Biolandwirtschaft reifen die Kaffeekirschen langsam an den Sträuchern heran. Kirsche für Kirsche werden die reifen Früchte sorgfältig ausgewählt und von Hand geerntet. Wer einmal versucht hat, bei der Kaffeeernte mitzuhelfen, weiß, wie schwierig es ist, die richtige Auswahl in einem annehmbaren Tempo zu treffen, denn grüne, hell- und dunkelrote Kaffeekirschen wachsen dicht beeinander. Wenn keine un- oder überreifen Kaffeekirschen im Korb landen, wirkt sich das auf das Aroma des Kaffees sehr positiv aus. So kann sich der feine und unnachahmliche Geschmack eines Kaffees erst richtig entfalten.

Da alle Kaffeefarmen bäuerliche Familienbetriebe sind, ist die Sorgfalt bei jedem Verarbeitungsschritt inzwischen Routine. Wir schätzen daher die über viele Jahre gereifte Kulturtechnik unserer lateinamerikanischen Kollegen und Kolleginnen im Kaffeeanbau von der Ernte bis zur Verarbeitung sehr.

Im Großhandel vertreiben wir derzeit ausschließlich den Kaffee der Mitglieder unseres Kooperativennetzwerks. Alle unsere Rohkaffee-Sorten sind biogesiegelt und im Herkunftsland mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet. Der Kaffeeanbau ist im Ökolandbau pure Handarbeit.

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Kleiner Exkurs zur Geschichte des Kaffees:

Kaffee als Kulturgut
Unsere Kaffeekultur hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Die Spielarten der Weiterverarbeitung scheinen unendlich geworden zu sein. Galt in den 50 Jahren der Filterkaffee als das Highlight unserer Kaffeekultur, war es in den 70igern die Zubereitung in der Kaffeemaschine. Inzwischen wurde das säuerliche, mitunter stundenlang vor sich hindampfende Bittergetränk aus den meisten Büros wieder verdrängt. Mit den Migranten aus dem Süden Europas ist auch eine Vielfalt neuer Zubereitungsformen bei uns eingezogen, die sich in den letzten Jahrzehnten im Zuge der Globalisierung exponentiell vergrößert hat : Mocca, Capucchino, Espresso, French Press oder Kaffeevollautomaten für zuhause, mit Pads, Kapseln oder ohne. Auch wenn man darüber streiten kann, welche der Zubereitungsformen anderen kulturell, ökologisch und geschmacklich überlegen sind, so ist doch der Kaffeegenuss sehr von der Qualität der Ausgangsbasis, das heisst der grünen Kaffeebohnen und der Röstung geprägt. In den letzten Jahren hat sich auch bei uns eine Kaffee-Gourmet-Kultur etabliert, die viele von uns in ihren Bann gezogen hat.

Das A und O für guten Kaffee
Ein guter Rohkaffee ist die Ausgangsbasis für jede Art von Kaffeegenuß. Ob als Filterkaffee, Cappuccino, oder Espresso: Die grünen Kaffeebohnen sind das Fundament für verschiedene Arten von Röstungen und Zubereitungen. Man unterscheidet grob zwischen Robusta- und Arabica-Sorten, die verschiedene Eigenschaften haben. Während Robusta-Sorten eher in wärmeren Klimata schon wenige Meter über dem Meeresspiegel gut gedeihen, bevorzugen die Arabica-Sorten höhere Lagen. Auch Bodenqualität, Luftfeuchtigkeit und Nährstoffe haben großen Einfluss auf das Gedeihen des Kaffees. Wir bieten Ihnen hier nur edle Arabica-Sorten an, da unsere Mitgliedskooperativen alle in Hochlagen angesiedelt sind und damit privilegierte Anbaubedingungen vorzuweisen haben.

Auch auf die Röstung kommt es an
Für Magenschmerzen und Magendrücken nach Kaffeekonsum ist oft der Gerbstoff, die so genannten Chlorogensäure verantwortlich. Durch eine lange Röstzeit von über 15 Minuten wird die im Kaffee natürlich enthaltene Chlorogensäuren nahezu vollständig abgebaut. Die adäquaten Rösttemperaturen verhindern die Acrylamidbildung, die bei heiß geröstetem Kaffee entsteht.

Qualitätsbohnen für jede Spielart
Grüner Kaffee ist das Fundament der Kaffeekultur – ob zuhause in der Pfanne geröstet oder als Trommelröstung vom preisgekrönten Röstmeister: Die Qualität der Rohkaffeebohnen ist ausschlaggebend für die Röstung und Weiterverarbeitung zu jeder Spielart des Heißgetränks. Während für Espresso wegen der starken Röstung meistens Mischungen mit einem hohen Robusta-Anteil bevorzugt werden, stammen die Single-Origin-Kaffees überwiegend aus guten Hochlandlagen. Dafür werden hochwertige und damit manchmal auch anfällige Arabica-Sorten verwendet. Der preislich erschwingliche Kaffee für alle Lebenslagen hingegen ist meist ein Mischprodukt, für das auf verschiedene Kaffeesorten einer Preiskategorie aus verschiedenen Lagen und oft auch Ländern zurückgegriffen wird.

Grüner Kaffee hält gesund
In den letzten Jahren sind die gesundheitsfördernden Qualitäten des grünen Kaffees weiter erforscht worden. Grüner Kaffee gilt als Superfood und soll beim Abnehmen helfen, er soll das Diabetesrisiko senken, dem Alterungsprozess vorbeugen, den Stoffwechsel anregen, die Leistungsfähigkeit steigern und zudem noch die Leber stärken. Ausschlaggebend dafür ist wissenschaftlichen Studien zufolge wohl der hohe Gehalt an Chlorogensäure.

Alle Kaffeesorten erhalten Sie in Bioqualität und direkt aus bäuerlicher Landwirtschaft, von einer unserer Mitgliedskooperativen aus Lateinamerika. Weitere Informationen zu Herkunft, Lage, Mikroklima und Aufbereitungsformen unserer Kaffeesorten erhalten sie im Shop oder unter Großhandel. 

Honey-Kaffee aus Costa Rica
(leider derzeit nur direkt über AFAORCA erhältlich)

Was ist das Besondere an einem agrarökologischen Honey-Kaffee wie Tuanis? 

Dieser Kaffee reifte unter Laubbäumen heran, die ihm sein spezifisches Aroma geben (Zitrusbäume, Bananenstauden, sommerblühende Laubbäume wie Robles). Die Methode der Trocknung „Honey processed“ wurde in Costa Rica entwickelt. Der Name legt die Vermutung nahe, dass dabei mit Honig gearbeitet wird oder ein Honigaroma erzeugt werden soll. Er spielt aber auf das Fruchtfleisch bzw. die Pulpe an, deren Geschmack im Spanischen auch mit Honig umschrieben wird.

Die „honey-processed“-Methode wird in Costa Rica seit dem Jahr 2003 angewandt. Sie geht zurück auf ein Kaffeeunternehmen aus Japan, das mit neuen Geschmacksrichtungen sein Angebot erweitern wollten. Für Standard-Kaffees wird in einem hochmechanisierten Verfahren die gesamte Pulpe vor dem Trocknungsprozess abgewaschen und komplett entfernt – und damit eben auch viele Substanzen, die einen positiven Einfluss auf das Aroma haben können. Das japanische Unternehmen bezog in den 90er Jahren für seine Spitzenkaffees einen auf besondere Weise hergestellten Kaffee aus Brasilien: Dieser Kaffee hatte den Trocknungsprozess mit der kompletten Pulpe durchlaufen, weil so die Aromastoffe in der eigentlichen Bohne besser geschützt bleiben. In Abwandlung des brasilianischen Verfahrens wird in Costa Rica beim Honey-Kaffee die Schale während des Waschvorgang zwar weitgehend entfernt, aber das weiche, klebrige Fruchtfleisch wird an der Bohne belassen. Weil dieses sich fast wie Honig anfühlt –  ein wenig klebrig und auch honigfarben ist –  entstand der Begriff „honey processed“.

Dadurch, dass Teile des Fruchtfleisches an der Bohne trocknen, erfolgt die Trocknung nicht gleichmäßig, was sich farblich auf den Bohnen abbildet. Vor allem in Öko-Qualität ist das Bohnenbild dieses naturnah angebauten Arabica-Kaffees bewegt:  unterschiedliche Farben prägen das Gesamtbild. Damit kann Honey-Kaffee nicht maschinell gesäubert und gelesen werden, da die automatische Auswahl der Bohnen nach Farben und z.T. auch Formen erfolgt. Der ganze Verarbeitungsprozess von Honey – von der Ernte über den Waschvorgang bis zur Sortierung erfordert deshalb viel Handarbeit.

Je nach Trocknungszeit und -technik unterscheidet man beim „Honey processed“-Kaffee die drei Stufen gelb, rot und schwarz. Die Unterschiede liegen hauptsächlich im Erscheinungsbild und im Geschmack. Die gelbe ist die schnellste Stufe. Die Bohnen werden einfach in der Sonne getrocknet. Nach acht Tagen haben Sie die gewünschte hellgelbe Farbe und den optimalen Feuchtigkeitsgrad erreicht. Die rote Stufe dauert länger, denn hier findet der Trocknungsprozess an wolkenreichen Tagen statt und dauert so etwa zwölf Tage. Für die schwarze Stufe werden die Bohnen für die Trocknung auf ein Gestell gelegt und zusätzlich mit einer schwarzen Folie bedeckt. Der auf diese Weise entstehende „schwarzer Honig“ besitzt geschmacklich den reichsten Körper und ist besonders würzig. Weil diese Herstellungsweise am zeit- und arbeitsintensivsten ist, ist der schwarze auch der teuerste „Honey processed“-Kaffee. Vor Ihnen liegt ein schwarzer Honey-Kaffee.

Das Honey-Verfahren verbesserte das Potential des costaricanischen Kaffees weiter. Der generell unter Gourmets als besonders hochwertig eingeschätzte Kaffee erhält dadurch noch mehr Körper und Geschmack, der sich schon beim ersten Schluck in der Tasse entblättert Sie dürfen sich auf einen Kaffee mit einem blumigen, balancierten Geschmack mit einer leichten Zitronen- und Orangennote mit einem Hauch von Mandel freuen, der durch eine angenehme Säure und einem cremigen Körper abgerundet wird. Freuen Sie sich auf einen Spitzenkaffee, den sie in der Tasse sofort als Honey erkennen werden.

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Kakao

Kakao

Der Kakaobaum stammt einer älteren Theorie zufolge aus dem tropischen Gürtel von Mesoamerika, einem Gebiet, das vom heutigen Mexiko über Mittelamerika bis nach Panama reicht. Neuere Erkenntnisse deuten aber darauf hin, dass die Wiege des Kakaobaums im Amazonasgebiet liegt, auf dem Gebiet des heutigen Perus. Der Begriff Kakao im indogermanischen und romanischen Sprachraum ist aus dem Aztekischen (cacauatl) übernommen oder von den benachbarten Mayas. Dort hieß das übliche Kakaogetränke  „xocoatel“ und wurde mit ein paar Umwegen zum Namensgeber der Schokolade im Deutschen. Woher auch immer: als Getränk und als Schokolade hat Kakao den Siegeszug um die ganze Welt angetreten. Kakao wird heute nicht nur in Mittelamerika, sondern auch in tropischen Gürtel Afrikas und Asiens angebaut. Kleinbäuer_innen in Elfenbeinküste und Ghana produzieren heute ca 70% der Weltkakaoernte.

Bei unseren edlen Kakaobohnen aus Lateinamerika können Sie sicher sein, dass sie zur Spitzenqualität gehören und dazu noch sozial und ökologisch unter optimalen Bedingungen herangereift sind.Im Welthandel wird grob zwischen Konsumkakao („bulk cacao“) und Edelkakao („fine or flavour cacao“) unterschieden. Ausschlaggebend ist dabei die allgemeine Qualität der Kakaosorten, nicht die individuelle Qualität der jeweiligen Lieferung. Bei uns stimmt beides. Forastero-Kakao ist immer Konsum- oder Gebrauchskakao; Criollo, Trinitario und Arriba bzw. Nacional werden grundsätzlich als Edelkakao klassifiziert. Die Internationale Kakao-Organisation ICCO geht derzeit von einem Edelkakao-Weltmarktanteil von 6,4% aus.

Kakaospezialitäten aus Peru und Costa Rica

Beide kakaoproduzierenden Mitglieder unseres Netzwerks bauen ausschließlich Edelkakaosorten an. Sowohl die Kooperative Norandino mit Sitz in Piura im Nordosten Perus als auch die Produzent*innenvereinigung APPTA mit Sitz in der Karibik von Costa Rica sind biozertifiziert, im Herkunftsland auch mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet.

Die Kakaobohnen im agroökologischen Anbau reifen langsam in den Pflanzungen zwischen und in Symbiose mit anderen Gewächsen heran und werden nach der Ernte vor Ort fermentiert und getrocknet. Außerdem tragen sie das Fairhandels- und das SPP-Siegel für kleinbäuerliche Landwirtschaft. Aufgrund der hohen Zertifizierungskosten können wir das Fairtrade-Siegel nur ab 1 Container an Sie weitergeben.

Beide Provenienzen, das peruanische Amazonastiefland und die costaricanische Karibik, gelten als Geheimtipp für eine herausragende Kakaoqualität in ihrem jeweiligen Land. Die Kooperativen produzieren herausragende Qualitäten hervorbringen auf die sie und wir stolz sein können. Das Amazonasgebiet gilt inzwischen als die Wiege des Kakaos. Norandinos Kakao „Amazonas“ aus agroökologischer Landwirtschaft kommt aus dem Delta des Marañon-Flusses. Aber auch die anderen Sorten wie zum Beispiel „Tumbes“ werden von Kennern sehr geschätzt. Davon zeugen nationale wie internationale Preise, wann immer z.B. Norandino eine Kakaosorte bei einem Wettbewerb ins Rennen schickte. Norandinos Kakao wurde mehrfach beim „International Chocolate Award“ (USA) und dem „Great Taste Awards“ (Großbritannien) ausgezeichnet. Seit 2009 gewann der Kakao von Norandino immer einen der Spitzenplätzen beim nationalen Wettbewerb „Concurso Nacional del Cacao Peru“. Für den Bio-Kakao von APPTA gibt es seit Jahren eine Vormerkliste. Hoffentlich und mit etwas Glück können wir ab dem Jahreswechsel Kakaoprodukte von APPTA aus Costa Rica ins Sortiment nehmen.

Auf Wunsch nehmen wir Vorbestellungen entgegen!

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Rezepte zur Weiterverarbeitung von Kakaobohnen

Trinkschokolade mit Gewürzen (eingesandt von Julika V. aus Trier)

Zutaten

  • Kakaobohnen, etwa ein bis zwei volle Hände pro großem Glas
  • Zucker und Gewürze nach Geschmack
  • Milch oder Wasser

Zubereitung

  1. Die Bohnen sortieren. Möglichst fürs Rösten nur gleichgroße Bohnen nehmen.
  2. Die Kakaobohnen in einer Pfanne rösten. Dabei ständig mit einem Holzlöffel rühren, damit die Bohnen nicht anbrennen. Die Röstzeit liegt je nach Temperatur zwischen 15 und 30 Minuten. Sind die Bohnen fertig lässt sich die Schale leicht trennen und sie riechen beim Zerbröseln schon nach Kakao. Die Bohnen haben dann einen braunen Kern, während rohe Bohnen manchmal einen leicht violetten Farbton haben. Zu stark geröstete Bohnen erkennt man am verbrannten Geruch und dem entsprechenden Geschmack beim fertigen Getränk (.:)
  3. Die Schalen von Hand von den Bohnen trennen. Dazu einfach die Bohnen einzelnen unter etwas Druck zwischen zwei Fingern reiben.
  4. Wer will, kann aus den Schalen (nach dem Abkühlen) noch einen Kakaoschalentee machen. Schmeckt lecker und wirkt leicht aufputschend.
  5. Die geschälten Bohnen in einem Mörser, oder auf einem geeigneten Mahlstein zerkleinern. Es ist vorteilhaft, wenn der Mörser bzw. der Mahlstein leicht erwärmt wird. So lange mahlen bis aus der körnigen Menge eine breiige Masse entstanden ist.
  6. Je nach Geschmack Zucker, Honig und/oder Gewürze (je nach Vorliebe Ingwerpulver bio, Chillipulver, frische Minze kleingeschnitten oder Nelkenpulver, etc.) hinzugeben und gründlich einarbeiten. Meine Erfahrung: je großzügiger mit den Gewürzen, desto schmackhafter…trauen Sie sich!)
  7. Die fertige Masse in heißes Wasser (oder in Deutschland klassisch in heiße Milch, kommt für mich als Veganerin nicht in Frage!) geben und rühren bis es sich gut verteilt hat.
  8. Guten Appetit.
  • Frische Kakaobohnen müssen vor dem Verzehr korrekt geröstet (ca. 35 Min. bei 130 Grad im Backofen) und anschließend geschält werden.

Wohl bekomms!

Kleiner Exkurs zur Geschichte und zur Wirkung:

Kakaobohnen
Der Kakaobaum stammt einer älteren Theorie zufolge aus dem tropischen Gürtel von Mesoamerika, einem Gebiet, das vom heutigen Mexiko über Mittelamerika bis nach Panama reicht. Neuere Erkenntnisse deuten aber darauf hin, dass die Wiege des Kakaobaums im Amazonasgebiet liegt, auf dem Gebiet des heutigen Perus. Der Begriff Kakao im indogermanischen und romanischen Sprachraum ist aus dem Aztekischen (cacauatl) übernommen oder von den benachbarten Mayas. Dort hieß das übliche Kakaogetränke  „xocoatel“ und wurde mit ein paar Umwegen zum Namensgeber der Schokolade im Deutschen. Woher auch immer: als Getränk und als Schokolade hat Kakao den Siegeszug um die ganze Welt angetreten. Kakao wird heute nicht nur in Mittelamerika, sondern auch in tropischen Gürtel Afrikas und Asiens angebaut. Kleinbäuer_innen in Elfenbeinküste und Ghana produzieren heute ca 70% der Weltkakaoernte.


Kakao – Trank der Götter
Im präkolumbischen, tropischen Amerika wurden aus Kakao kalte, oft ungesüßte Getränke zubereitet, die mit dem uns vertrauten Kakaogetränk wenig gemeinsam hatten. Mit scharfen Gewürzen und vergärt, also mit Alkohol versetzt, wurde das Getränk vor allem bei Zeremonien und rituellen Festen gereicht. Für die Azteken waren Kakaobohnen so wertvoll, dass man mit ihnen fast alles kaufen konnte. Kakaobohnen waren eine zeitlang die akzeptierte Währung im Sklavenhandel. So ist es nicht verwunderlich, dass Kakaobohnen in verschiedenen Kulturen als braunes Gold bezeichnet wurden, als ein göttliches Geschenk. Das als „Trank der Götter“ bezeichnete Getränk war Jahrhundertelang vor allem den Reichen und Mächtigen vorbehalten, was wohl mit dem Preis und der Verfügbarkeit der Kakaobohnen zusammen hing.

Kakao – das Aphrodisiakum
Die Spanier brachten den Kakao 1519 nach der Eroberung des Aztekenreiches nach Europa. Im 17. Jahrhundert kam er als Arznei nach Deutschland. In Adelskreisen entwickelte sich Kakao rasch zum Modegetränk, da ihm besondere Bekömmlichkeit und verschiedene Heilwirkungen nachgesagt wurden. Auch seine aphrodisierende Wirkung sprach sich schnell herum. Entscheidend für die Verbreitung des Kakaos als Genussmittel war allerdings die Entdeckung, dass er mit Rohrzucker gesüßt ein sehr aromatisches Aroma entwickelt und auch europäischen Gaumen gut schmeckt. Kakao war das Lieblingsgetränk von König Ludwigs XIV. Was Kakao betrifft, war der König Trendsetter und viele große und kleine Machthaber eiferten ihm nach.
Zu jener Zeit gab es Kakao in einer speziellen Zubereitungsform, die in Europa inzwischen in Vergessenheit geraten ist. Die gemahlenen, fermentierten Kakaobohnen wurden zu kleinen Kugeln geformt gehandelt oder zu Platten gepresst und getrocknet. Sie enthielten weder Zucker noch Milch und waren nicht zum direkten Verzehr bestimmt. Zubereitet wurde das Getränk mit Wasser und Zucker, je nach Geschmack und Geldbeutel, denn Kakao war teuer. Auch heute noch trifft man den Kakao als Platte oder als Kugel auf den Märkten Mittelamerikas an. In großen Mengen verzehrt hat Kakao eine aufputschende und euphorisierende Wirkung. Vielleicht deswegen hat auch die europäische Jugend Kakao als Partygetränk entdeckt. In manchen Städten wurden bis vor der Pandemie rauschende Musik-Kakao-Parties gefeiert – ganz ohne Alkohol.

Kakao – Wohltat für Blutdruck und Nerven
Schokoladensorten mit einem Kakaoanteil von über 70 Prozent haben eine blutdrucksenkende Wirkung. Das hängt damit zusammen, dass Kakao viele Flavanole enthält, die die Elastizität der Blutgefäße erhöhen und damit eine positive Wirkung auf den Blutdruck haben. So kann der Verzehr von Kakaoprodukten dazu beitragen, das Schlaganfallrisiko zu senken. Die im Kakao enthaltenen Stoffe Theobromin und Theophyllin wirken sich zudem stimulierend auf den Kreislauf und das zentrale Nervensystem aus. Dunkle Schokoladensorten enthalten darüber hinaus auch besonders viele Antioxidantien, die im Körper als Radikalfänger dienen.

Kakao sozial- und umweltverträglich
Kakao ist heute längst kein Genussmittel der Eliten mehr. Als Massenprodukt mit Produktionsstätten rund um die Welt überschwemmt Kakao in verschiedensten Zubereitungsformen die Lebensmittelmärkte – oft auf Kosten von Natur, Menschen und Umwelt.

Genuß ohne Reue
Die Kakaobohnen, die wir Ihnen anbieten, stammen aus ökologischer oder agroökologischer Produktion aus Lateinamerika mit dem entsprechenden Biosiegel. Kinderarbeit unter sklavenartigen Bedingungen sowie schlecht bezahlte Lohnarbeit sind bei uns ausgeschlossen. Die Kakaoschoten wurden von Bäuerinnen und Bauern und ihren Familien meist in Mischkultur angebaut, von Hand geerntet und noch vor Ort fermentiert und behutsam aromaschonend getrocknet. Alle unsere Edelkakao-Qualitäten tragen in ihrem Heimatland das Fairtrade-Siegel. Die meisten Kooperativen haben sich auch mit dem Siegel für kleinbäuerliche Landwirtschaft – SPP auszeichnen lassen.

Vollrohrzucker/Panela

Vollrohrzucker war in vielen lateinamerikanischen Ländern des tropischen Gürtels ein wichtiges Grundnahrungsmittel, das noch bis vor wenigen Jahrzehnten täglich und meist anstelle von raffiniertem Zucker konsumiert wurde. Vollrohrzucker kann deshalb auch bei den meisten Rezepten ganz einfach anstatt des bei uns üblichen Zuckers verwendet werden.

Vollrohrzucker ist unter vielen unterschiedlichen Bezeichnungen bekannt. Am bekanntesten ist der Begriff Panela, der süße Verführer. Vollrohrzucker ist auf Spanisch aber auch als tapa dulce, raspadura, rapadura, atado dulce, chancaca, empanizao, papelón, piloncillo oder panocha bekanntt. Er wird durch das Verkochen von Zuckerrohrsaft bei hohen Temperaturen gewonnen. Die dabei entstehende zähe Melasse wird in Formen gegossen und getrocknet. Gur oder Jaggery aus Indien und Pakistan wird ähnlich hergestellt wie Panela, die Zubereitungsformen des Süßmittels in Asien variieren je nach Region. In Lateinamerika wird Panela, wie der Zucker, zum Backen und Versüßen verwendet. In einigen Ländern wird ausserdem ein Heißgetränk mit Gewürzen daraus hergestellt. In der costarikanisch-panamaischen Karibik wird ein äußerst erfrischendes kaltes Getränk unter dem Namen Froschwasser (agua de sapo) gereicht, das aus aufgekochter Panela versetzt mit Zitrone und geriebenem Ingewer zubereitet wird. Einige Inhaltsstoffe von Panela sind ziemlich gesund. Neben Saccharose und Fructose sind Calcium und viele Mineralstoffe wie Eisen, Phosphor sowie Ascorbinsäure enthalten.

Süßer Verführer mit gesunden Mineralien

In der ökologischen Landwirtschaft ist Zuckerrohr oft ein Produkt, das neben vielen anderen Kulturen wie Kochbananen, Maniok und Kaffee angebaut wird. Hergestellt wird Panela in Handarbeit und unter freiem Himmel. Die kleinen Zuckerrohrmühlen, die das Zuckerrohr mahlen, werden oft gemeinschaftlich betrieben. Das Erhitzen und Einkochen des Zuckerrohrsafts ist ein Handwerk, das viel Sachkenntnis und Erfahrung bedarf, damit beim Erhitzen der Melasse keine Schadstoffe entstehen.

Beim Herstellen von raffiniertem Zucker werden viele der beschriebenen Stoffe wie Mineralstoffe und Ascorbinsäure heraus gelöst; reine Saccharose bleibt übrig. Da süße Speisen und Getränke für unsere zuckergewöhnten Gaumen sehr gut schmecken, hat das zur Folge, dass wir dem Körper oft viel zu viel Energie zuführen. Als Konsequenz kann es zu Übergewicht kommen. Deshalb hat weißer raffinierter Zucker in den letzten Jahren seinen Ruf als ungesundes Kohlenhydrat bestätigt: Er kann zwar sehr viel Energie spendet, hat aber kaum Mineralstoffe und Vitamine. MIneralstoffe und Vitamine sind in Panela noch erhalten, am Ende des Tages handelt es sich bei Vollrohrzucker aber trotzdem um Zucker, der in Maßen genossen werden soll.

Mit dem Vollrohrzucker aus Lateinamerika aus ökologischer Landwirtschaft erwerben Sie nicht nur ein Produkt, das Ihrer Gesundheit gut tut, sondern auch ein Lebensmittel, das von Generation zu Generation überlieferte landwirtschaftliche Kenntnisse und solides Handwerk lebendig erhält.

REZEPTE 

In den allermeisten Fällen kann Panela statt weißen Zucker verwendet werden. Insbesondere bei Obstkuchen und in vielen Süßspeisen fällt nur wegen der Farbe auf, dass Panela und kein Weißzucker verwendet wurde. Besonders schmackhaft ist Panela auch in Getränken.

Agua de Sapo

150 g Panela in 2 l Wasser aufkochen und abkühlen lassen. 100 ml  Zitronensaft, 2 daumengroße geriebene Ingwerzehen hinzufügen. Das Getränk 1 Stunde kalt stellen. Danach mehrere Eiswürfel zufügen. und servieren. Ein erfrischendes Sommergetränk bei tropischen Temperaturen.

 Backrezepte aus aller Welt

Streusel-Kirsch-Kuchen mit Vollrohrzucker: https://www.chefkoch.de/rezepte/1632171270801419/Streusel-Kirsch-Kuchen.html

veganer Obst-Rührkuchen: https://www.chefkoch.de/rezepte/3634591546817130/Fruchtig-wuerziger-Ruehrkuchen-ohne-Eier.html

vegane Ingwer-Schoko-Kekse: https://thedessertedgirl.com/2018/10/04/eggless-chocolate-chip-cookies/ (auf Englisch)

Indische Leckerli mit Vollkornmehl, Ghee und Mandeln: https://maunikagowardhan.co.uk/cook-in-a-curry/gul-papdi-fudge-made-with-jaggery-butter-whole-wheat-flour/ (Englisch)